Mit Kritik souveräner umgehen können und sie nicht persönlich nehmen

Gehörst du auch zu den Menschen, die ein flaues Gefühl im Bauch bekommen, wenn sie Angst haben, kritisiert zu werden? Denen es dabei womöglich den Boden unter den Füßen wegzieht und die sich dann selbst in Frage stellen, kaum noch ein gutes Haar an sich lassen können. Weil der innere Kritiker sagt: Siehst du, das habe ich dir ja immer schon gesagt, dass du nicht gut genug bist.

Viele Menschen, die sich mehr Selbstbewusstsein wünschen, möchten gerade in diesem Punkt mehr Gelassenheit. „Mit Kritik souveräner umgehen können und sie nicht persönlich nehmen“, das sagen die meisten, wenn ich sie frage, was sich verändern soll, damit sie sich selbstbewusster fühlen.

 

Kritik als rotes Tuch der Angst im Wind der Selbstzweifel

Für mich war Kritik auch immer etwas sehr Beängstigendes. 100 Mal habe ich mir gesagt, dass ich sie doch nicht so nah an mich ranlassen muss und ich doch weiß, was ich kann. Kaum war es soweit, dass mich jemand kritisierte, versank ich in einem inneren Loch und fühlte mich klein und minderwertig. Das Gefühl „ich bin nicht gut genug“ breitete sich aus, wie ein großer Nebelteppich, der alles andere verdeckte.

Und es war egal, ob die Kritik berechtigt war oder nicht. Es passierte genau das Gleiche. Wenn mein Gegenüber nur dominant genug auftrat, klopften meine Selbstzweifel an und sagten: Vielleicht hat er ja doch recht. Und ich konnte nicht mehr souverän antworten und meine Position vertreten. Obwohl ein Teil von mir wusste, dass die Kritik nicht berechtigt ist.

Kritik und Feedback waren für mich deshalb jahrelang ein rotes Tuch der Angst, das sofort im inneren Wind der Selbstzweifel flatterte, wenn sich ein Gespräch in dieser Richtung anbahnte.

Diese Reaktion hat oft mit alten Erfahrugen zu tun, die wir in der Kindheit gemacht haben und mit unserem sogenannten limbischen System im Gehirn. Dazu kannst du in diesem Beitrag mehr lesen: Hier lesen

 

Kritik als Chance sehen lernen

Auch heute fällt es mir nicht immer leicht, mit Kritik gelassen umzugehen. Aber ich kann mir innerlich selbst mehr Halt geben, und meine fürsorgliche innere Stimme aktivieren, die mich stärkt und unterstützt und mir Gelassenheit schenkt, mich erst mal durchatmen lässt. Und mir so ermöglicht, den Boden unter den Füßen zu behalten und auf Augenhöhe weiterzusprechen. Und ich kann sie sogar als Chance sehen, etwas über mich selbst zu lernen und zu erkennen.

Ich habe durch meine Ausbildungen und vor allem durch meine Entwicklung lernen dürfen, dass Feedback positiv und hilfreich sein kann, wenn sich die Angst vor Kritik verringert. Für mich war nämlich Feedback und Kritik das Gleiche.

Wenn in meinem Job das jährliche Feedbackgespräch mit meinem Chef anstand, ging ich immer mit klopfendem Herzen in sein Büro, mit vielen Gedanken darüber, was ich wohl alles falsch gemacht haben könnte.

In einem Gespräch, in dem ich von ihm sehr positives Feedback bekam, wurde mir bewusst, dass ich grundsätzlich erst einmal mit einer negativen Rückmeldung rechnete. Ich konnte nicht glauben, dass er mir tatsächlich so viel positives Feedback zu meiner Arbeit gab. Und da wurde mir klar, dass ich mich auch um viel Gutes brachte, wenn ich Feedback aus Angst vor Kritik vermied.

 

Das Johari Fenster und der blinde Fleck in uns

In meinen Seminaren arbeite ich oft mit einem Modell, dem Johari Fenster. Dieses Modell hilft Menschen zu erkennen, wie wertvoll und wichtig Feedback von Anderen ist, um sich so seiner selbst bewusster zu werden.

In diesem Modell gibt es einen Bereich, den sogenannten blinden Fleck. Hier geht es um Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Äußerungen, die uns selbst nicht bewusst sind. Und sie können uns nur bewusst werden, wenn uns jemand darauf aufmerksam macht.

Wenn sich zum Beispiel jemand ständig für alles entschuldigt, was er tut – ohne es zu merken. Und sich damit immer kleiner und kleiner macht. Oder wenn jemand in einem Gespräch immer das letzte Wort haben willl und andere nicht ausreden lässt. Ohne zu merken, wie unbeliebt er sich damit macht und anderen auf die Nerven geht.

 

Nur im Spiegel der Anderen können wir uns selbst erkennen

Es gibt viele Dinge, die man sich im Verhalten und in der Kommunikation angewöhnt hat und gar nicht mehr bemerkt. Das ist dann ein blinder Fleck. Etwas, was man selbst nicht sieht. Und nur erkennen kann, wenn ein anderer Mensch einem Feedback dazu gibt. Das ist der sogenannte Spiegel der Anderen. Denn nur im Spiegel der Anderen können wir uns selbst erkennen. So wie wir unser Gesicht auch nur im Spiegel erkennen können.

Und weisst du, was wirklich richtig ärgerlich an diesem blinden Fleck ist? Wir können viele positive Eigenschaften und Verhaltensweisen nicht selbst erkennen. Auch dafür brauchen wir Feedback, damit es uns bewusst wird.

Im Spiegel der Anderen konnte ich erkennen, dass ich sehr freundlich und wertschätzend mit anderen umgehe, auch wenn ich den Eindruck habe, dass ich oft zu ungeduldig bin. Mir wurde kar, dass ich meine Seminare mit viel Ruhe durchführe, obwohl ich das Gefühl habe, dass ich sehr nervös bin. Mir wurde bewusst, dass ich in Konflikten noch sehr konstruktiv bleibe, selbst wenn es sehr emotional wird. Ohne das Feedback der Anderen hätte ich das nicht sehen können.

Gerade in meinen Seminaren erlebe ich immer wieder, was für eine unglaubliche Wirkung es hat, wenn Menschen sich gegenseitig sagen, was sie aneinander schätzen. Es sind nur glückliche und strahlende Gesichter zu sehen. Viele sind sehr berührt, weil sie so etwas schon lange nicht mehr erlebt haben und meist gar nicht geahnt haben, wie viel da zusammenkommt.

 

Weg von Angst und Zweifel – hin zu mehr Selbstbewusstsein

Es wäre schön, wenn Menschen diese positive Erfahrung öfter miteinander teilen könnten und Lust und Freude mit dem Spiegel der Anderen verbinden, statt Angst und Selbstzweifel.

Vielleicht hast du Lust, den ersten Schritt der Veränderung selbst zu gehen: Gib doch den Menschen um dich herum öfter mal ein positives Feedback und schau einfach, was passiert. Schreib einem Kollegen mal ein Lobkärtchen und leg es ihm auf den Schreibtisch. Sag deinem Partner, welche seiner Eigenschaften du besonders an ihm schätzt.

Und hol dir auch Feedback von anderen, nutze die Möglichkeit, dir bewusster zu machen, wie andere dich wahrnehmen, was du ausstrahlst. Komme so deinen blinden Flecken  selbstbewusst auf die Spur – und erkenne deine Stärken und Potentiale immer besser, dein Licht, das du in die Welt bringst.

Im Coaching bekommen meine Kienten oft einen Fragebogen von mir, mit dem sie sich Feedback holen können. Wenn du magst, dann nutze doch mal diesen Fragebogen für dich und schick ein paar Menschen die vorgeschlagenen Fragen, damit sie dir Feedback geben können. (Na, schon Herzklopfen beim Gedanken daran?) Hier runterladen

Nutze den Spiegel der Anderen und entdecke so das Beste in dir. Und lass dich überraschen, wie reich beschenkt dur wirst.

Und wenn du dir Austausch und Inspiration für ein gesundes Selbstbewusstsein wünschst und du das Beste in dir entdecken möchtest, dann besuch mich in meiner Facebookgruppe “Selbstbewusst Sein”. Da gibt es jeden Tag Impulse und Anregungen.Würde mich freuen, wenn wir uns dort begegnen und austauschen.

Herzliche Grüße

 

 

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