Spiritualität – und die magische Kraft der Intuition

26 April 2026 | 0 Kommentare

In diesem Beitrag erzähle ich, was Spiritualität persönlich für mich bedeutet – und welche psychologischen Definitionen für mich in diesem Zusammenhang wichtig und wertvoll sind.

  • Ich schreibe darüber, was mich in schwierigen Zeiten getragen hat
  • warum Intuition für mich zu so etwas wie einem inneren Kompass geworden ist
  • wie Intuition und Spiritualität miteinander verbunden sind
  • und wie das mit der „Glückskindstrategie“ zusammenhängt

Es geht nicht um fertige Antworten. Sondern um etwas, das viele kennen und als Ahnung in sich haben – aber schwer in Worte fassen können.

Wenn das Leben auf dem Kopf steht

Es gibt diese Phasen im Leben, in denen eine Krise das Leben ganz plötzlich auf den Kopf stellt.

Veilleicht eine Trennung, ein schmerzlicher Verlust, eine Entscheidung, die alles infrage stellt oder eine Erkrankung. Manchmal auch ein innerer Ruf, der sich nicht überhören lässt, für den wir viel aufgeben müssen.

Und plötzlich merkst du:
Die innere Landkarte, nach der du bisher gelebt hast, kann dir keine Orientierung mehr geben.
Es gibt auf deinem Weg keine Hinweisschilder mehr, die dir zeigen, in welche Richtung es weitergehen kann.

Oft versuchen wir, mit Hilfe des Verstandes zu einer Lösung zu kommen.
Wir versuchen noch mehr zu analysieren. Oder noch mehr nachzudenken. Oder noch mehr Kontrolle herzustellen.

Und merken, dass das nicht funktioniert und wir uns innerlich noch mehr verirren.

Das sind Situationen im Leben, in denen wir den inneren Kompass der Intuition brauchen. Der ganz anders funktioniert als der Verstand. Und der für mich die Verbindung zu meiner Spiritualität ist.

 

Wie die Spiritualität mich fand

Meine Eltern hatten keinen Bezug zur Kirche und damit auch nicht zur Spiritualität. Für sie war das in den 60er Jahren ein verlogenes Konstrukt, das Menschen kontrollierte und einengte.. Sie wollten frei sein und sich nicht mehr von Moral und Dogmen einengen lassen.

Trotzdem ließen sie uns taufen – weil die Großeltern es so wollten. Und es schon genug Streit gab, als meine Mutter mit 19 ungeplant schwanger wurde.

Meine Eltern trennten sich, als ich 11 Jahr alt war. Es gab viele finanzielle Sorgen und meine Mutter hatte an der neuen Situation schwer zu tragen. Alleinerziehend mit drei Kindern – das war in den 70er Jahren eine mittelgroße Katastrophe.

Mein Bruder war erst zwei Jahre alt. Sie hatte keine Ausbildung und musste sich mit einfachen Jobs über Wasser halten, weil der Unterhalt oft nicht reichte.

In dieser Zeit fand sie Anschluss in der Kirchengemeinde, in der mein Bruder im Kindergarten war. Wir wurden liebevoll aufgenommen, es war eine wohltuende Gemeinschaft, in der wir Halt fanden in stürmischen Zeiten.

 

Meine spirituelle Wurzel

Meine Schwester und ich gingen in den Konfirmandenunterricht und hatten das Glück, von einem sehr außergewöhnlichen Pfarrer begleitet zu werden. Er hieß Geri Keller. Ein großer Mann in brauner Cordjacke, mit schlohweißen Haaren und schweizer Dialekt. In den Gottesdiensten stand er mit seiner Gitarre vorne am Altar und schmetterte moderne Kirchenlieder in die Gemeinde.

Damals fing mein spiritueller Weg im Rückblick an. Ich erlebte wertschätzende Gemeinschaft, fand im Glauben inneren Halt und spürte,  dass ich freundlich und liebevoll auf mich schauen darf. Der strafende und strenge Gott wurde zu einer positiven Energie, die mich innerlich stärkte.

Das war der Kern der lutherischen Botschaft, die Pfarrer Keller uns weitergab. Wir sind aus Gnaden gerecht, und müssen uns die Liebe Gottes nicht verdienen. Und gerade mit unseren Schwächen liebt er uns.

Diese Botschaft hat tiefe Wurzeln in mir geschlagen. Auf denen die Glückskindstrategie gewachsen ist.

Als Pfarrer Keller unsere Gemeinde verließ, übernahm eine sehr fromme Gruppierung die Jugendarbeit. Und statt Annahme und Offenheit erlebten wir ein enges Korsett von Vorschriften und Bedingungen, an die wir uns halten mussten.

Das hatte für mich nichts mit Spiritualität zu tun, die der Seele guttut. Sie war wie ein Gift, das der Stimme des inneren Kritikers viel Raum gab.

 

Meine Spiritualität wird erwachsen

Nach dem Abitur studierte ich Gemeindepädagogik. Und wollte meine positiven spirituellen Erfahrungen auch in meinem zukünftigen Beruf weitergeben.

Ich wurde Gemeindepädagogin und arbeitete einige Jahre bei der Kirche. Bis ich merkte: Ich brauche Abstand und muss meinen eigenen Weg gehen. Es wurde mir alles zu eng. Und Kirche als Arbeitgeber wurde für mich immer schwieriger.

Ich trat aus der Kirche aus und schlug beruflich neue Wege ein. Der Abstand tat mir gut. Ich suchte andere Wege, auf denen ich meine Spiritualität leben kann.

Und immer wieder spürte ich:  Etwas in mir, wahrscheinlich mein inneres Glückskind, sehnte sich wieder nach dieser tiefen Verbindung, die ich in meiner Jugend erleben durfte. Eine Verbindung zu etwas Lebevollen und Weisem in mir selbst. Und auf einer Ebene außerhalb von mir.

 

Spiritualität und wunderbare Fügungen

Es gab viele Stationen auf meinem Lebensweg, die mich immer wieder mit meiner Spiritualität und meiner Intuition verbunden haben.  Wunderbare Fügungen, die mein Verstand sich nicht hätte ausdenken können.

  • Der Umzug von Frankfurt nach Ravensburg
  • Die Begegnung mit meinem Mann
  • Die Geburt unserer Tochter
  • Mein Berufungsweg als Coach und Therapeutin
  • Mein Job in einer psychosomatischen Klinik
  • Meine eigene Praxis
  • Die Bücher, die ich schreiben durfte.

Das waren magische Momente, in denen in spüren durfte, dass es etwas gibt, das so viel größer ist als unser Verstand. Dass da eine Quelle ist, die Wunder möglich macht.

 

Spiritualität in dunklen Momenten 

Neben diesen lichtvollen Momenten gab es auch dunkle, in denen ich spürte, dass mich etwas Größeres trägt.

  • Die Zeit, in der meine Mutter mit 60 Jahren ganz plötzlich starb.
  • Eine schwierige berufliche Phase, in der ich nicht wusste, wie es weitergeht.
  • Nach zwei Fehlgeburten, in denen ich den Wunsch nach einem zweiten Kind loslassen musste.

Neben dem inneren Schmerz war da eine warme, heilsame Schicht in mir. Dir mir Trost und Zuversicht schenkte.

Vielleicht kennst du solche Momente:

Du hast keine klare Antwort.
Keine Sicherheit.
Keinen Plan.
Vielleicht sieht es aussichtslos aus.

Und trotzdem ist da diese leise Stimme in dir, die eine Botschaft für dich hat und dich an die Hand nimmt. Damit du an diesem Schmerz wachsen kannst.

 

Was Intuition eigentlich ist – einfach erklärt

Intuition ist kein Zauber. Sie ist eher wie ein inneres Wissen, das schneller ist als dein Denken. Man könnte sagen: Dein Kopf sammelt Informationen, dein Körper speichert Erfahrungen und deine Intuition hat ein größeres Wissen, das sie in dir auftauchen lässt. Aus deinem tiefsten Inneren.

Der Psychologe Carl Gustav Jung hat einmal beschrieben, dass es in uns eine tiefere Ebene gibt, die wir nicht bewusst steuern können. Die sich uns auf geheimnisvolle Weise offenbart. Und die Ebene des Verstandes erweitert und wunderbar ergänzt.

 

Spirituelle Erfahrung im tiefsten Schmerz

Manche Menschen mussten sich genau darauf verlassen – nicht aus Überzeugung, sondern weil nichts anderes übrigblieb:

  • Viktor Frankl hat in einer Situation überlebt,
    in der es äußerlich kaum noch Hoffnung gab.
    Was ihn getragen hat, war ein inneres Gefühl von Sinn.
  • Nelson Mandela saß jahrzehntelang im Gefängnis
    – und hat trotzdem innerlich an etwas festgehalten,
    das größer war als seine Situation.
  • Etty Hillesum schrieb davon,
    dass sie in sich selbst einen Ort gefunden hat,
    der nicht zerstört werden kann.

Diese Menschen haben mitten im tiefsten Schmerz und Leid eine spirituelle Erfahrung gemacht.

Weil sie mit ihrer Intuition verbunden waren, die ihnen ermöglicht hat, über das Sichtbare und Verstehbare hinauszublicken.

 

 

Spiritualität und das Gückskind in uns

Der Teil in uns, der die Verbindung zur Intuition von Geburt an in sich trägt, nenne ich unser  Glückskind.

Das bedeutet nicht, ich muss mir immer alles schönreden.

Sondern dieser Teil in uns, der spürt, was für uns gerade richtig ist, ist angefüllt mit Dankbarkeit, Vertrauen und Weisheit. Er kann Krisen als Wachstums-Chancen sehen und schenkt uns Selbstmitgefühl.

Er spürt ein tiefes Gefühl der Verbundenheit zu uns selbst und allem was ist. Auch wenn wir innerlich durch dunkle Täler gehen,

 

 

Spiritualität – eine Ebene, die der Verstand nicht kennt

Für mich hat sich Spiritualität genau an diesem Punkt verändert. Früher dachte ich:
Spiritualität bedeutet, Antworten zu haben. Zu wissen, was richtig und falsch ist. Heute würde ich sagen: Spiritualität bedeutet, in Verbindung mit mir und dem Größeren zu bleiben, auch wenn ich keine Antworten habe.

Und immer wieder in die unbekannten und undenkbaren Antworten hineinzuleben.

Manche nennen das: Vertrauen, Glauben oder innere Führung.

Andere einfach: Achtsamkeit und Bewusstheit.

Vielleicht ist es am Ende gar nicht so wichtig, wie wir es nennen. Sondern was wir auf dem Weg des Glückskindes in Verbindung mit unserer Spiritualität und unserer Intuition erleben. Was uns in unser größeres Ich hineinwachsen lässt. Auf eine Ebene, die der Verstand nicht kennt. Und die das Herz immer größer werden lässt.

 

Intuition – der innere Kompass

Das Bild, das für mich alles verbindet, ist dieses: Wenn die gewohnten und vertrauten Landkarten des Verstandes nicht mehr funktionieren, brauche ich etwas anderes. Keinen neuen Plan. Sondern eine Richtung. Einen Kompass.

Und dieser Kompass zeigt nicht „richtig“ oder „falsch“. Sondern eher herzwärts. Immer auf dem Boden der Liebe und des Vertrauens. Auch in dunklen Zeiten.

 

Spiritualität – eine Erinnerung an das Licht in uns

Vielleicht bist du gerade an einem Punkt, an dem du suchst.

Nach Klarheit.
Nach Halt.
Nach etwas, das trägt.

Dann ist dieser Text vielleicht keine Antwort. Aber vielleicht eine Erinnerung:

Dass da in dir etwas ist, das dich kennt. Und das dich führen kann. Und das immer schon in dir ist.

Es ist das Licht in dir, das immer leuchtet. Auch wenn es unter dem Lärm der Welt und des Verstandes aus unserem Bewusstsein verschwindet.

Es ist deine Einzigartigkeit, die das Wunder des Lebens und des Größeren, das uns immer umgibt, spiegelt und sichtbar macht.

Schreib mir gerne in den Kommentar: Was trägt dich, wenn du keine klaren Antworten mehr hast? Wo hast du diesen wunderbaren inneren Kompass in dir schon erlebt, wo hat er dich durch helle und dunkkle Zeiten geführt?

Ich wünsche dir, dass dein innerer Kompass dich auf den Weg zu einer wunderbaren Freundschaft mit dir selbst führt. Damit du dein einzeigartiges Geschenk in diiese Welt bringen kannst.

Herzliche Grüße

 

Alexandra

 

Portrait Alexandra Cordes-Guth

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