In meinem Rücken liegt ein großes, weiches Kissen. Meine Hand mit dem rosa Stift fliegt nur so über das Papier. Die Buchstaben scheinen wie von selbst dort zu erscheinen.

Mein Kopf denkt schneller als ich schreiben kann. Und zwischen den Gedanken entstehen Sätze auf dem Papier, die aus meinem Inneren auftauchen. Und mich selbst überraschen.

Ich atme und schreibe. Tauche ein in die vergangene Woche. Fliege noch einmal über die einzelnen Tage und Stunden, wie ein Adler, der aus der Ferne des Himmels die kleinsten Bewegungen am Boden wahrnehmen kann.

Wer inne hält, erhält von innen Halt.

Laotse

 

Zeit zum Innehalten und Reflektieren – sich selbst besser verstehen

Seit mir dieses Zitat begegnet ist, sind Zeiten des Innehaltens und Reflektierens zu unglaublichen Schätzen in meinem Leben geworden.

Ich konnte sehen, wie flüchtig wir oft durch unser Leben huschen und hasten. Das wirklich Wichtige was passiert, nur achtlos streifen, statt es zu berühren und festzuhalten und zu Dünger in unserem inneren Garten zu machen. Damit immer wieder Neues darin wachsen kann.

Beim Innehalten sammelt sich etwas in mir. Mein Blick, der vorher in die Weite ging, fokussiert sich, nimmt Details wahr, erkennt die feinen Umrisse der zarten Glücksblumen, die manchmal ganz unbemerkt in meinem Alltag gewachsen sind.

Und wenn ich das aufschreibe, was aus dem Nebel des Unbewussten in mein Bewusstsein gelangt, fühlt es sich an, als ob ich in mir selbst tiefe Wurzeln spüre.

Selbstbewusstsein heißt für mich: Ich werde mir meiner Selbst bewusst. Ich erkenne, welche Gedanken mich durch mein Sein begleiten, welche Begegnungen etwas ins Fließen gebracht haben.

Ich nehme bewusst wahr, wo ich gewachsen bin, was ich in die Welt hinausgetragen habe und was ich von der Welt empfangen durfte.

Und mir ist heute Morgen beim Schreiben eine Fülle bewusst geworden. Eine Fülle an Erkenntnissen, an innerer Bewegung, an kleinen berührenden Erfolgen in dieser Woche.

Die vergangenen Tage sind wie bunte Schmetterlinge, die sich auf den Blüten meines Entwicklungsweges niederlassen. An denen ich nicht achtlos vorübergehen möchte.

Drei sieser Erkenntnisse möchte ich gerne mit dir teilen.

 

# 1. Erkenntnis: Geschehen lassen

In meiner Kerngruppe in der Klinik habe ich den Impuls losgelassen, Übungen vorzubereiten und eine Energie des Miteinanders erzeugen zu wollen. Stattdessen habe ich meine Energie in meinem Inneren wie in einer Schale gesammelt. Damit sie Tropfen für Tropfen dorthin gelangt, wo die Teilnehmer der Gruppe sie brauchen.

Ich habe ihnen Raum gegeben, sich in kleinen Schritten zu öffnen und zu zeigen. Sich miteinander zu verbinden. Ihre Erfahrungen als Unterstützung für andere einzubringen.

Die Angst vor der Stille habe ich losgelassen. Sie durfte dasein, so dass jeder bei sich ankommen konnte. Ich konnte in dieser Stille und meinem inneren Vertrauen durch mein Da-Sein einen Impuls geben. Nicht durch mein Tun.

Eine neue Erfahrung für mich. Die mir Entspannung schenkt und eine stille Freude an den Geschichten und Gefühlen der Menschen, die ich dort begleiten darf.

 

# 2. Erkenntnis: Ein Raum der Wertschätzung

In zwei Coachings konnte ich spüren, wie wichtig für die Menschen vor mir meine innere Haltung der Wertschätzung für sie ist. Dass ich den Blick auf das richte, was ihnen gut gelungen ist. Ihnen die Tür öffne zu ihrer Intuition und inneren Weisheit.

Die Basis meiner Arbeit ist immer wieder diese bedingungslose Wertschätzung für ihr Sein. Das tiefe Glaube, dass jeder von ihnen ein Universum von Ressourcen und Fähigkeiten in sich trägt. Und es verdient hat, glücklich zu sein.

Es hat mich zutiefst berührt, dass ich diese Fähigkeit in mir trage und sie zu einem Geschenkt für mich und Andere werden darf.

 

# 3. Erkenntnis: Rituale geben Halt

Bei meinem Rückblick wurde mir klar: Mein Wachstum entwickelt sich vor allem durch kleine Rituale, die ich immer mehr in meinem Leben verankere. Neben einigen großen Schritten, die wir manchmal gehen müssen, sind es vor allem die vielen kleinen Schritte auf unserem Weg, die uns weiterbringen.

Mir ist das Dankbarkeitsritual am Morgen wichtig geworden. Mich an 10 Dinge zu erinnern, für dich ich im Moment dankbar bin. Dadurch verändert sich meine Energie sofort ganz spürbar.

Stärkensammler: Ich schreibe immer wieder auf, was mir gut gelungen ist, worauf ich stolz bin. Und richte so meinen Fokus auf meine Stärken – statt auf meine Schwächen. Denn das schwächt mich.

Gedankengestalter: Ich gehe sehr bewusst und achtsam mit meinen Gedanken um. Ich nehme sie wahr, lasse sie weiterziehen. Und lade viele positive in mein Denken ein. Dadurch hat sich mein Leben grundlegend verändert. Jeder liebevolle und stärkende Gedanke lässt mich wieder einen Schritt auf meinem Weg gehen.

Atempausen: Ich mache bewusst kleine Pausen. Atme durch. Nehme wahr, wie ich mich gerade fühle, was ich spüre, was ich denke. Und verbinde mit so mit mir selbst.

Mein Netz im Alltag: Diese kleinen Rituale sind wie ein Netz, dass mich im Alltag immer wieder auffängt. Mich zu mir selbst zurückbringt.

Das sind drei Erkenntnisse, die sich beim Schreiben und Nachdenken den Weg zu mir gebahnt haben. Die mir die Fülle meines Wachstums bewusst machen.

Dass ich unterwegs bin. Zu mir selbst. Zu meinem inneren Raum der Wertschätzung. Jeden Tag neu. Ohne mein Innehalten hätte ich sie gar nicht wahrgenommen.

 

Lerne dich selbst besser verstehen und öffne dich der Fülle in deinem Leben

Schenk dir selbst Halt. Halte inne. Nimm dir regelmäßig Zeit für einen Rückblick. Wenn du magst, dann schreibe gleich jetzt das auf, was für dich diese Woche wichtig war. Und mach dir damit selbst ein großes Geschenk: Dich selbst besser zu verstehen und kennenzulernen. Den wichtigsten Menschen in deinem Leben.

Wenn es für dich hilfreich ist, dann nutze diese Fragen und Satzanfänge für dich:

Wenn ich auf diese Woche zurückblicke dann wird mir bewusst…

Diese Woche bin ich dankbar für….

Besonders wichtig war für mich…

Es gibt auch eine wunderbare Unterstützung für diesen täglichen Rückblick: Das 6-Minuten Tagebuch.

Gebe dir selbst Halt. Halte inne, schaue auf das was war, was fast unmerklich in deinem Leben gewachsen ist. Was dich berührt hat. Was dir bewusst geworden ist. Und erlebe wie es ist, sich selbst besser zu verstehen. Dir näherzukommen, wie einem guten Freund.

Öffne dich damit der Fülle in deinem Leben. Und erkenne: Du bist Ein Geschenk für die Welt. Und du bist gut, so wie du bist.

Herzliche Grüße

 

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