So kannst du negative Gedanken in vier Schritten loslassen

22 April 2020 | 0 Kommentare

Da sind sie schon wieder. Wie lästige Fliegen, die rücksichtlos und unaufhaltsam um meinen Kopf herumschwirren. Je länger ich mich mit ihnen beschäftige, desto lauter werden sie. Und wenn es ganz dumm läuft, vermehren sie sich auch noch in Windeseile. So als ob eine den Anderen Bescheid gibt, das hier ein guter Platz ist. Die negativen Gedanken. Wie aus dem Nichts tauchen sie auf. Sie scheinen jederzeit bereit zu sein, sich im Sturzflug bei mir niederlassen.

 

Die Liste meiner liebsten und lästigsten Fliegen-Gedanken

Sie lassen sich nur ungerne vertreiben. Es scheint sie fast anzuspornen, wenn ich mich gegen sie wehre. Ihr Brummen wird lauter und eindringlicher. Wo ist das Fenster, das ich aufmachen kann, damit sie verschwinden und wieder Ruhe in meinem Kopf einkehrt.

Einige meiner liebsten und lästigen Fliegen-Gedanken in der Vergangenheit waren:

# Ich werde nie den passenden Partner finden. Alle netten Männer sind schon vergeben.
# Wer soll schon zu mir ins Coaching kommen? Es gibt schon so viele Coaches – und viel bessere als mich.
# Ich habe keine Ahnung von Technik. Deshalb kann ich keine Online-Kurse machen.
# Texte schreiben und Bücher veröffentlichen – dafür bin ich nicht gut genug. Damit mache ich mich lächerlich.
# Wenn ich Hilfe brauche, ist keiner für mich da. Ich muss sehen, wie ich allein zurechtkomme.
# So negative Gedanken wie ich hat sonst keiner.

Diese Liste könnte ich noch eine ganze Weile weiterführen. Früher hätte ich nicht darüber geredet oder geschrieben, dass ich solche Gedanken habe. Weil ich nicht wusste, dass es vielen anderen Menschen genauso geht. Mit diesen lästigen Gedanken.

Die uns klein und mutlos machen. Die sich nicht abschütteln lassen, sondern mit schöner Regelmäßigkeit wieder auftauchen. Wie Unkraut im Garten, das man mit viel Mühe und Fleiß ausrupft. Damit es, ohne unser Zutun, noch viel stärker nachwächst und die liebevoll gesäten Wiesenblumen im Keim erstickt.

 

Wie kann ich meine Gedanken loslassen? Das fragen sich viele Menschen!

In letzter Zeit begegnet mir das Thema der Gedanken, die man endlich loswerden will, auch in meiner Arbeit immer wieder. “ Wie kann ich endlich loslassen“, fragen die Menschen, die ich begleite.

–  Der Feuerwehrman, der nach vielen Jahrzehnten seine Arbeit loslassen muss, weil sie ihn zu sehr belastet. Der sich Sorgen um seine Zukunft macht.

–  Die Frau, die auch nach Jahren noch innerlich in ihrer letzten Beziehung gefangen ist und den Partner von damals nicht loslassen kann.

– Die Lehrerin, die so gerne beruflich etwas Neues machen würde. Aber immer wieder denkt, dass sie die Sicherheit als Beamtin nicht loslassen kann.

– Der Mann, der seine Frau bei einem Unfall verloren hat. Und sich immer wieder fragt, ob er etwas hätte anders machen können.

– Die junge Frau, die ihrem Körper nicht mehr vertraut. Weil ihre Gedanken um die Angst vor einer Erkrankung kreisen.

Sie alle möchten die quälenden Gedanken, die immer wieder um das eine Thema kreisen, endlich loslassen. Die Ängste vor den eigenen inneren Abgründen in den Griff bekommen. Sich nicht mehr festhalten müssen an dem, was sie auf der Stelle treten lässt, sie lähmt, unbeweglich macht.

Und alle sind überzeugt: Die eigenen Gedanken loszulassen – das ist so gut wie unmöglich. Sie holen einen immer wieder ein. Wie du unermüdlichen Fliegen. Vielleicht gelingt es für einen Moment. Aber dann sind sie noch anhänglicher. Lassen sich nicht vertreiben.

 

Gedanken loslassen und verändern

Das Loslassen beginnt in unserem Kopf. In unseren Gedanken. Denn Gedanken erzeugen Gefühle und Gefühle erzeugen Verhalten.

Die gute Nachricht: Gedanken lassen sich verändern. Wir Menschen haben die Fähigkeit, unsere Gedanken wahrzunehmen und zu gestalten. Wir sind die Gärtner, die den Garten unserer Gedanken anlegen können. Wir entscheiden, was wir darin zum Erblühen bringen und welches Unkraut keinen Platz bekommt.

Wir entscheiden, ob wir im Schatten der Ängste und im Wind des Zweifels unsere zarten Pflanzen der Hoffnung verkümmern lassen.

 

Der Gärtner der eigenen Gedanken werden

Die schlechte Nachricht: Es braucht Mut, Vertrauen und Geduld, sich den eigenen Gedanken zu stellen. Wie ein Garten, der neu angelegt wird, in dem es nach dem Umgraben erst mal kahl und trostlos aussehen kann. So kann es sich in uns anfühlen, wenn wir zum Gärtner unserer Gedanken werden.

Denn unser Gehirn mag keine Veränderung. Es will Sicherheit und Routinen. Bloß keine neuen Gedanken. Davon müssen wir es erst mal mit Geduld und neuer Routine überzeugen. Und geduldig jeden Tag die neuen Gedanken in uns hegen und pflegen.

Der erste Schritt dafür ist der Entschluss, zu diesem Gärtner seiner Gedanken zu werden. Denn ohne diese Entscheidung gibt es nicht das Wachstum, das wir uns wünschen. Wir überlassen unseren inneren Garten dem Zufall. Dem Wildwuchs unserer Gedanken. Vieles in uns wuchert und wächst durcheinander. Schnellwachsendes Unkraut verdrängt die zarten bunten Blüten der Freude und der Lebendigkeit.

 

Gedanken loslassen in vier Schritten

Wenn du Gärtner deiner Gedanken sein möchtest: Mit dieser Übung  kannst du einen wichtigen Schritt dazu tun. Du kannst sie wahrnehmen, loslassen und neue, stärkende Gedanken in deinen inneren Garten einladen. Damit er in der Fülle und Vielfalt erblühen kann, die schon in dir angelegt ist. Diese vier Fragen habe ich bei meinem Kollegen Martin Weiss kennen- und schätzen gelernt. Und hier sind sie:

 

Die vier Fragen zum Gedanken loslassen

1. Frage: Kann ich den Gedanken zulassen?
2. Frage: Könnte ich den Gedanken loslassen?
3. Frage: Wann könnte ich den Gedanken loslassen? (zeitlich gesehen)
4. Frage: Was möchte ich stattdessen denken?

Du kannst bei allen Fragen mit ja oder mit nein antworten. Das spielt keine Rolle. Dein Gedanke möchte nur deine Aufmerksamkeit. Du nimmst ihn als Teil deines inneren Gartens wahr. Holst ihn damit in dein Bewusstsein. Erkennst, dass es nur ein Gedanke ist. Der sich meist mit der Vergangenheit oder der Zukunft beschäftigt. Auf die du keinen Einfluss hast.
Wenn du mehr zum Hintergrund wissen möchtest: Die Methode basiert auf einer Studie des Sozialpsychologen Daniel Wegner / Havard University

 

Zum Beobachter der eigenen Gedanken werden und sie loslassen

In diesem Video erzähle ich noch mehr zu diesen vier Fragen und wie du sie durchführen kannst.

Aber probiere sie am besten einfach mal aus. Wichtig ist, dass du die vier Fragen mehrmals hintereinander durchläufst. Und sie öfter anwendest.

Für mich ist es eine sehr tiefgreifende Erfahrung und Erkenntnis, dass ich zum Beobachter meiner Gedanken werden kann. Dass ich sie loslassen und verändern kann. Und was das für eine Wirkung auf mein Leben hat. Denn mit neuen, anderen Gedanken kann ich sehr viel bewirken. Erst in mir selbst. Und dann in meinem Leben.

Noch wichtig zu wissen: Gedanken erzeugen Gefühle. Mit dieser vier Fragen kannst du auch deine Gefühle wahrnehmen und loslassen. Oder es mit einer anderen, sehr hilfreichen Übung versuchen, über die ich hier geschrieben habe.

Ich wünsche dir viele gute Erfahrungen mit den vier Fragen zum Gedankenloslassen. Schreibe gerne in den Kommentar, wenn du noch Fragen hast oder auch, wie sie sich auf deine Gedanken ausgewirkt haben.

Herzliche Grüße

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