Finde dein Warum – und verwirkliche deine Träume

17 Juli 2021 | 0 Kommentare

Endlich wollte ich damit beginnen und einen alten Traum verwirklichen. Im Juni habe ich mich spontan zu einem Sommerschreibcamp angemeldet, um mit einem Kinderbuch zu beginnen, das ich schon lange im Kopf und im Herzen habe. Ich sah mich versunken an meinem Schreibtisch oder an unserem alten Gartentisch in der Sonne sitzen und konnte spüren, wie die Geschichte aus mir herausfloss, die Gestalten und Geschichten aus meinem Kopf eine Form bekamen, in bunte Farben getaucht wurden.

Aber draußen war es stürmisch und regnerisch und das Schreiben war zäh wie ein alter Kaugummi. Nichts passte. Mein innerer Kritiker sagte mir, dass hätte er doch gleich gesagt und ich war ziemlich ratlos, wie es jetzt weitergehen sollte. Oder doch lieber aufhören?

Bis in mir eine Frage auftauchte, die in meinen Jahren als Coach immer wieder viel in Bewegung gesetzt hat. Für mich und für meine Klienten: Warum willst du ein Kinderbuch schreiben. Es war, als ob ein Funke auf mich übersprang. Ich war gerade aufgewacht, schrieb meine ersten Gedanken auf, lag noch im Bett und mein Mann brachte mir den ersten Kaffee.

Das Warum schloss eine Tür in mir auf, brachte eine kleine Gedankenlawine ins Rollen. Ich schrieb eine Stunde und wusste: Da ist mein Warum, wie ein warmer Funke, der mich mit einem inneren Feuer verbindet. Die Geschichte für dieses Warum hat mich in meine Kindheit geführt. Und ich möchte sie heute gerne mit dir teilen.

 

Die verblassten Kindheitserinnerungen 

Meine Eltern hatten viele Bücher. Sie waren in weißen Regalen in unserem Wohnzimmer nebeneinander auf vielen Regalbrettern aufgereiht. Dicke und dünne Taschenbücher, oft schon abgegriffen und zerlesen. Wann meine Eltern sie gelesen haben, daran kann ich mich nicht erinnern.

Meine Kindheitserinnerungen als Familie sind irgendwann verblasst. Meine Mutter sehe ich oft in unserer Wohnküche an dem alten runden Tisch sitzen. Eine selbstgedrehte Zigarette in der Hand und ein Glas Äbbelwoi in einem gerippten Glas vor sich. Aus dem braunen Kassettenrecorder singt BAP in unsere Küche hinein: Verdamp lang her, verdamp lang her. Da war mein Vater schon weg. Bei einer anderen Frau, mit der er noch ein Kind bekam. Wir drei Kinder sahen ihn einmal im Monat am Samstag. Und irgendwann viele Jahre gar nicht mehr.

An ihn erinnere ich mich nur als Besucher in unserer Familie. Mit 20 wurde er Vater von Zwillingen. Und heiratete meine 19-jährige Mutter, eine Kneipenbekanntschaft.

Sie sind wohl damals Anfang der 60er in Düsseldorf gerade in ein freies Leben aufgebrochen. Raus aus den engen Elternhäusern, in denen sie nur aneckten. Sie waren beide Freigeister, liebten moderne Musik und moderne Kunst und lasen Bücher, die das spießige Leben der Eltern in Frage stellten.

 

Meine Mutter und die Suche nach der grenzenlosen Welt

In Düsseldorf war meine Mutter Assistentin eines bekannten Künstlers. Sie sollte eigentlich eine Ausbildung im Schmuck- und Uhrengeschäft ihres Vaters machen. Aber ihre Sehnsucht galt der Kunst. Sie lebte mit einer Freundin in einer WG und trank im Ürige abends Killepitsch.

Ein Freund, der Fotograf war, machte Bilder von ihr. Sie hängen heute bei mir im Flur. Darauf sieht sie aus wie eine Schwester von Audrey Hepburn. Große fragende Augen, ein kindlicher Mund und ein zarter mädchenhafter Körper, der leicht verdreht und unsicher von der Kamera eingefangen wird.

Die Künstler, für die sie sich begeisterte, waren  Fontana, Blinky Palermo, Günther Uecker und auch Joseph Beuys. Sie alle sprengten die Grenzen des Gewohnten und wagten sich in eine neue grenzenlose Welt. In der sie einen eigenen Platz finden wollte.

 

Mein Vater – der Rebell

Mein Vater war aus Hamburg, ein Rebell, der seinen Eltern das Leben schwer machte. Sein Vater hatte die Familie nach dem Krieg verlassen, heiratete noch zweimal, verbrachte sein Leben mit wohlhabenden Frauen. Seine beiden Söhne lebten mit ihrer Mutter bei den Großeltern. Sie sahen den Luxus des Vaters und wuchsen selbst in einfachen Verhältnissen auf.

Als seine Eltern nicht mehr weiterwussten, kam mein Vater kam nach Ratzeburg ins Ruderinternat und flog hochkant wieder raus, weil er sich an keine Regeln hielt. Er hätte gerne studiert, ich glaube Architektur. Aber er musste dann eine kaufmännische Lehre machen und seine Träume zerplatzten.

In Düsseldorf bekam er seinen ersten Job und er genoss die Freiheit und sein eigenes Leben. Endlich weg von zu Hause. vielleicht hat er damals auch die Bücher gelesen, die bei uns im Regal standen und sich selbst Gedanken der Freiheit und neue Möglichkeiten geschenkt.

 

Unsere Geburt und die verlorene Freiheit meiner Eltern

Die Geburt meiner Zwillingsschwester und mir muss wie eine Tür gewesen sein, die für meine Eltern laut krachend ins Schloss fiel. Die Tür zu ihrer jungen, sehnsüchtig erwarteten Freiheit.

Zwei überforderte Eltern, die sich mit wenig Geld und vielen Ängsten und Sorgen durch den mühsamen Familienalltag kämpfen mussten. Unterstützung von den eigenen Eltern bekamen sie nicht.

 

Die Rettungsinseln meiner Kindheit

Irgendwann als Kind spürte ich, dass die Bücher wie kleine Rettungsinseln für sie waren. Auf die sie fliehen konnten, um ein klein wenig Freiheit zu spüren. Und ich wollte selbst lesen und in andere Welten eintauchen.

Als ich in die Schule kam war ich enttäuscht, weil ich nach dem ersten Schultag noch nicht lesen konnte. Nach einigen mühsamen Wochen des Buchstabenlernens und dem Versuch, daraus endlich Wörter zu bilden, kam der magische Moment: ich konnte lesen!

Von da an las ich überall: Beim Essen, auf der Toilette (bis jemand an der stundenlang verschlossenen Tür rüttelte, beim Einkaufen und vor allem in meinem Bett. Ein Stockbett, indem ich unten lag und meine Schwester über die vier Sprossen einer Leiter nach oben kletterte.

Mit meiner orangen 70er Jahre Klemmlampe konnte ich auch heimlich unter meiner Bettdecke lesen. Bis sie eines Tages ein Brandloch hatte, weil die Lampe um 05:00 Uhr morgens heiß wie eine Herdplatte war.

Weil mein Lesehunger unersättlich war, ging meine Mutter mit uns in die Bücherei. Sie war zu Fuß eine Viertelstunde entfernt. Ein Auto oder Fahrrad hatten wir nicht, deshalb mussten wir die vollen Büchertaschen mit vereinten Kräften nach Hause schleppen.

Jeden Tag ein Buch. So war das viele Jahre. Enyd Blyton, Hanni und Nanni, Astrid Lindgren und natürlich Pippi Langstrumpf. Wenn ich las, war ich eine andere, war meine Welt eine andere. eine heile Welt, in der alles gut wurde.

 

Trost und Zuflucht finden 

Meine eigene Welt war inzwischen zerbrochen. Mein Vater war gegangen, meine Mutter verzweifelt und wütend. Das Geld war knapp und eine alleinerziehende Frau, gerade 30 und drei Kinder, wurde von der Umwelt misstrauisch beobachtet.

Ich war schon immer ein Papakind und vermisste ihn, obwohl er nie ein richtiger Papa gewesen war. Meine Mutter hasste mich dafür. Ich floh in die Bücherei und las mich weg aus meinem Zuhause, dass keins mehr war.

In den Büchern tauchte ich ein in das Leben und die Geschichten anderer Menschen. Erlebte ihr Glück, spürte ihre Angst und ihren Schmerz. Ich fühlte mich nicht mehr allein. Ich konnte jederzeit aus der Realität fliehen, wenn ich ein Buch aufklappte, wenn der Geruch des Papiers in meine Nase stieg und ich den glatten Umschlag in meinen Händen hielt.

Ich fand Trost in den Geschichten der Jungen und Mädchen, die ihre aufregenden Heldenreisen erlebten, auf denen sie das Dunkle und Böse überwinden konnten. Meine Gefühle wurden in Worte gefasst, ich fühlte mich verstanden.

 

Bücher können Zufluchtsorte sein

In meinen Büchern verband ich mich mit den magischen Zauberkräften von Krabat und Pan Tau, ich lebte im Sommer mit den Kindern auf Saltkrokan und tauchte in die Tiefen des Meeres mit Frederico Octopus. Ich wurde mit ihnen zu einer Abenteurerin, die alle Herausforderungen bezwang, anderen das Leben rettete und am Ende in Sicherheit war.

Und als ich älter wurde Begriff ich: Die Bücher haben auch mir das Leben gerettet und mich in Sicherheit gebracht.

Deshalb möchte ich Kinderbücher schreiben. Weil ich weiß, dass sie für Kinder zu Zufluchtsorten werden können und ihnen magische Kräfte in schwierigen Zeiten schenken können.

 

Unser Warum macht das Unmögliche möglich

Wenn wir unser Warum kennen, wachsen wir über uns hinaus. Wir werden angetrieben von einer Energie, die das Unmögliche möglich macht.

Bei unserem Warum geht es oft um Herzensthemen, die mit unserer persönlichen Prägung und Entwicklung zu tun haben. Um Erfahrungen, die schmerzlich waren und durch die wir eine große Transformation erlebt haben.

Unser Warum bringt unsere Stärken und Potentiale zu Vorschein. Und lässt sie auf unserer Heldenreise zu kraftvollen Werkzeugen werden, mit denen wir tief verborgene Schätze in uns freilegen können.

Deshalb sage ich auch meinen Klienten: Finde dein Warum und verwirkliche deine Träume und deine Berufung.

 

Finde dein Warum – und schreibe

Schreib-Tipp: Und wenn du auch ein Ziel oder Projekt hast, dem du Energie geben möchtest und für das du ins Tun kommen willst, dann schreibe auch auf: Was ist dein Warum. Denke nicht nur darüber nach. Nur beim Schreiben wird dein Warum in der Tiefe sichtbar. Nur beim Schreiben melden sich die Gedanken und Erinnerungen unter den flüchtigen Gedanken des Verstandes.

Das Schreiben verbindet dich mit deiner inneren Weisheit, mit deinen tiefsten Erfahrungen und es transformiert deine Gedanken zu Herzensbotschaften.

Also wenn du dein Warum kennenlernen willst, dann nimmt dir eine Stunde Zeit und schreibe. Und lass dich überraschen, was sich zeigt und dich berührt.

 

Finde dein Warum

Meine ersten Bücher habe ich schon geschrieben. Auch hier hat mir ein Warum geholfen, dass mich dabei begleitet hat. Es sind Bücher mit Tagestexten, die Menschen auf ihrer eigenen Heldenreise begleiten sollen. Und ein Buch über die innere Kraft. Diese Bücher findest du hier.

Kennst du auch ein solches Warum in deinem Leben? Sehr oft hat unser Warum mit unserem inneren Kind zu tun. Mit den Enttäuschungen und Verletzungen in den ersten Lebensjahren. Die sich in wunderbare Stärken verwandeln können.

Wenn wir daraus ein Warum für ein Herzensprojekt machen, verwandeln sich diese alten Schmerzen in eine neue Kraft. Die Unglaubliches bewirken kann. Und vor allen Dingen Heilung und Wachstum für uns selbst bedeutet.

Finde dein Warum! Schenk dir damit Kraft und Energie, die dich deine Träume verwirklichen lässt.

Herzliche Grüße

Portrait Alexandra Cordes-Guth

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Alexandra Cordes-Guth begleitet Menschen mit viel Wertschätzung und Empathie
auf dem Weg ihrer beruflichen und persönlichen Veränderung und Entwicklung.

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