Wie wir negative Gedanken in positive verwandeln können

06 Juni 2021 | 0 Kommentare

Vor einigen Jahren haben sie noch alle auf mich eingeredet. Es war schwer für mich, ihnen zuzuhören und sie wegzuschicken, wenn es mir zu viel wurde. Oder ihnen Einhalt zu gebieten, wenn sie zu laut und unfreundlich wurden: Meine eigenen negativen Gedanken

 

Der Feind in meinem eigenen Kopf – und meine Lösungsstrategien

Es waren meine eigenen Gedanken, die mich manchmal bedrängten, unter Druck setzen, verunsicherten und in Frage stellten. Wie ein Feind in meinem eigenen Kopf.

Zuerst habe ich versucht, durch konzentriertes Nachdenken eine Lösung für die vielen Fragen und Einwände zu finden, die sich da in mir meldeten.

Aber irgendwann stellte ich fest, dass ich dadurch in Gedankenspiralen geriet, die sich wie eine zu enge Schnur um mich herumwickelten und mir die Luft zum Atmen nahmen.

Dann versuchte ich in der Meditation meine Gedanken loszulassen und für eine Weile nichts mehr zu denken. Was ich dabei feststellte war: Der Strom meiner Gedanken fließt ohne Unterlass munter vor sich hin.

Und der Versuch, ihn aufzuhalten ist so, als ob wir einen Fluss am Fließen hindern wollen. Er staut sich auf und überschwemmt das Ufer, wird unkontrollierbar.

Und schließlich suchte ich mir viele positive Gedanken, an denen ich mich festhalten wollte, wie an einem Rettungsring, wenn die Wellen der Kritik wieder in Bewegung gerieten.

Aber die Wellen ließen sich auch davon nicht aufhalten und ich fühlte mich dem Meer meiner Gedanken weiter ausgeliefert.

 

 

Der Schlüssel für das Loslassen negativer Gedanken

Schritt für Schritt gelang es mir, meine negativen und belastenden Gedanken loszulassen. Der Schlüssel dafür war: Sie erst einmal zu akzeptieren und ihnen freundlich zu begegnen.

Vorher hatte ich versucht, sie so schnell wie möglich loszuwerden, wie einen ungebetenen Gast, den man an der Haustür gleich wieder wegschickt.

Je mehr wir versuchen, unseren Gedanken zu entkommen, desto eifriger verfolgen sie uns. Weil sie zu uns gehören und nicht abgelehnt werden wollen. Und weil wir sie nicht durch Nachdenken und Konzentration gehen lassen können. Sondern durch Akzeptanz und Entspannung.

 

 

Als meine Gedanken Amok liefen

Vor einigen Jahren war ich auf dem Weg zu meinem ersten Führungskräfteseminar bei einem neuen, großen Kunden. Mein Mann und ich waren um 5.30 von Ravensburg nach München losgefahren und hatte eine Stunde Puffer eingeplant. So wollte ich entspannt und gelassen mein erstes Seminar beim SWMH Konzern beginnen. Aber der Verkehr machte und einen Strich durch die Rechnung.

Es regnete und der Verkehr in München stand einfach still. Wir steckten in einem Tunnel fest und die Zeit wurde immer knapper. Mein Herz klopfte immer schneller, es war klar, dass ich es, mit ein bisschen Glück, nur auf den letzten Drücker schaffen würde.

Ich rief den Personalleiter an und gab ihm Bescheid. In meinem Kopf überschlugen sich meine Gedanken. Ich war ärgerlich über mich selbst, dachte, dass das ja nur mir passieren kann, sah vor meinem geistigen Auge eine Gruppe genervter Manager vor mir sitzen. Und einen unzufriedenen Auftraggeber. Mir wurde heiß und kalt und als ich um eine Minute vor 9 in das Verlagsgebäude lief, zitterten meine Knie.

 

 

Gedanken der Ruhe und Zuversicht

Bevor ich in den Seminarraum ging, atmete ich durch und nahm meine Gedanken mit etwas Abstand wahr. Ich betrachtete sie einfach und konnte sie dann gehen lassen.

Und lud dann Gedanken ein, die mir Ruhe und Zuversicht gaben. „Das kann jedem passieren, du bist ja gerade noch rechtzeitig da“. „Die Teilnehmer werden so etwas auch schon mal erlebt haben und sicher verständnisvoll sein“. „Ich werde jetzt das Beste aus der Situation machen und noch ein paar Mal ruhig atmen.“ „Auch dieser Tag geht vorüber und ich habe gute Inhalte, die ich meinen Teilnehmern sicher positiv in Erinnerung bleiben.“

Tatsächlich wurde ich so ruhiger und konnte das Seminar gut beginnen. Und traf auf verständnisvolle Teilnehmer, die mir sagten, dass ich ja noch rechtzeitig da wäre. (Und sie halfen mir sogar noch, als dann mein Laptop technische Probleme hatte…)

In dieser Situation wurde mir sehr bewusst, wie oft unsere Gedanken in schwierigen Situationen Amok laufen. Uns Katastrophen ausmalen, die nicht eintreten und uns mit Kritik bombardieren, die nicht angemessen und schon gar nicht hilfreich ist.

Und ich erkannte, dass ich es in der Hand habe, wie ich mit dieser Situation umgehe. Durch den Umgang mit meinen Gedanken.

 

 

Mit unseren Gedanken Gestalter unseres Lebens werden

Gedanken sind ein kraftvolles Werkzeug, mit dem wir unser Leben positiv verändern und gestalten können. Seine Gedanken wahrnehmen ist durch Achtsamkeit und Meditation möglich. Es gibt wissenschaftliche Studien, die die positive Wirkung auf verschiedene Hirnareale zeigen.

Laut Dr. Barbara Frederickson, Professorin für Psychologie an der Universität in North Carolina gehört zur unangenehmen Realität, dass sich negative Gedanken und Ereignisse in vielen Köpfen lauter bemerkbar machen als positive. Negative Erfahrungen verlangen Körper und Geist mehr ab als positive Situationen. Helfen kann es, wenn man so oft wie möglich in sich geht und auf die eigenen positiven Gedanken hört.

Die eigenen Gedanken wahrnehmen und verändern ist eine Entwicklung. Wie eine neue Sportart, die man lernt. Es braucht Zeit und Training, um die Fähigkeiten dafür zu entwickeln.

Wer seine Gedanken wahrnehmen kann, wird zu seinem eigenen Coach.

Er wird der Künstler, der sich jeden Tag neu entscheiden kann, mit welchen Farben er die Leinwand seiner Gedanken gestaltet. Das heißt nicht, dass es keine dunklen, düsteren Gedanken mehr geben darf. Denn auch sie brauchen wir, um mit den vielen Farben des Lebens ein einzigartiges Kunstwerk zu schaffen.

Aber wir können entscheiden, welchen Gedanken wir mehr Raum geben. Und erleben, wie sich ihre positive Wirkung entfaltet. Und wie wir immer mehr Gestalter unseres Lebens werden.

 

 

Der Weg zur Veränderung der eigenen Gedanken

Der erste und wichtigste Schritt: Zuerst die Gedanken wahrnehmen. Ohne sie verändern zu wollen. Sie betrachten. Und dadurch Stück für Stück verstehen, dass wir nicht sind, was wir denken.

Und dann durch Achtsamkeit und Meditation den Raum zwischen Reiz und Reaktion entstehen lassen, in dem die Veränderung möglich ist. Und nicht reflexhaft mit negativen und bewertenden Gedanken auf den Reiz zu reagieren

Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit. Viktor Frankl

Dieses Zitat stammt von Victor Frankl, einem Wiener Arzt und Psychiater. Dem es gelang seine Zeit im KZ weitgehend unbeschadet zu überstehen.

Sein Geheimnis war, dass er bei allem Schrecklichen, was er erleben musste, immer daran dachte, wie er das später seinen Studenten am besten erklären konnte. So erschuf er innerlich einen Abstand, der ihm ermöglichte, sich nicht vollständig mit seinen Gedanken zu identifizieren.

 

 

Den Raum zwischen Reiz und Reaktion vergrößern

Es lohnt sich, jeden Tag kleine Übungen zu machen, mit denen wir diesen Raum zwischen Reiz und Reaktion vergrößern.

In diesem Raum können wir durchatmen und entscheiden, wer wir sein und was wir tun wollen. Wir können Schritt für Schritt aus automatischen Verhaltensweisen und Reaktionen aussteigen, die wir nicht mehr wollen. Und wir können die Gedanken gehen lassen, die uns nicht guttun und neue einladen.

Mit dieser Technik können wir den täglichen Druck, den wir erleben reduzieren und regulieren.

Wir können gelassener auf Herausforderungen reagieren uns bewusster entscheiden, was wir tun möchten. Wir steigen aus dem Autopiloten aus und können Dinge neu betrachten.

 

Innehalten und durchatmen

Um diesen Raum zu schaffen, braucht es am Anfang nur einen Schritt: Regelmäßig innehalten und durchatmen. Denn der Atem ist der Träger der Gefühle. Und er reguliert unser Nervensystem.

Sind wir angespannt, fährt unser Nervensystem hoch. Sind wir entspannt, fährt es runter und wir können und entspannen. Dann die Gedanken, die sich melden, freundlich wahrnehmen und weiterziehen lassen.

Das ist der erste wichtige Schritt auf dem Weg zur Freundschaft mit den eigenen Gedanken. Man muss ihn nur regelmäßig tun.

Menschen, die diesen Schritt umsetzen, erleben schon oft nach kurzer Zeit eine Veränderung. Denn sie erleben: Wenn wir in die Stille unter den Gedanken eintauchen, entdecken wir dort unsere innere Weisheit und das Glück.

 

Noch mehr zum Thema Gedanken verändern

In diesem Blogbeitrag kannst du noch mehr zum Thema lesen: Entdecke die Kraft einer Gedanken

Ein Buch in dem es viele praktische Anregungen für Achtsamkeit im Alltag gibt: Christopher Germer – Der achtsame Weg zur Selbstliebe

In meinen Coachings begleite ich meine Klienten mit der Delfinstrategie dabei, ihre Gedanken in eine positive Kraft für ihr Leben zu verwandeln. Wenn du gerne ein kostenloses Informationsgespräch buchen möchtest, kannst du das hier tun.

Ich wünsche dir, dass du deine Gedanken freundlich wahrnehmen und annehmen kannst. Und so immer mehr Raum für die liebevollen und unterstützenden Botschaften in dir schaffen kannst.

Herzliche Grüße

Portrait Alexandra Cordes-Guth

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Alexandra Cordes-Guth begleitet Menschen mit viel Wertschätzung und Empathie auf dem Weg ihrer beruflichen Veränderung und Entwicklung. 

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