Ach ja – Ich und meine Selbdtfürsorge. Da komme ich mir selbst immer wieder in die Quere.
Mein kleiner, gerissener Schweinehund grunzt und knurrt zufrieden und legt sich genüsslich an meine Füße. Wieder ein Tag, an dem ich mir vorgenommen habe, besser auf mich und meine Bedürfnisse zu achten, gut für mich zu sorgen und öfter mal Nein zu sagen. Aber er hat mich ausgetrickst und alle guten Vorsätze mit seinen spitzen Zähnen zerkaut oder draußen im Garten verbuddelt.
Zuversichtlich und motiviert bin ich morgens aus dem Bett gehüpft und habe mir ausgemalt, wie ich viele kleine, entspannende Pausen in meinen Tag einbaue, nach der Arbeit eine Yoga Einheit oder einen Spaziergang mache und keine kurzfristigen Termine in meinen Kalender quetsche.
Aber es kam anders. Weil mir das Thema Selbstfürsorge wieder aus dem Blick geraten ist. Und ich alles andere wichtiger genommen habe, als mich selbst.
Zum Glück gelingt es mir aber immer besser, Selbstfürsorge in meinen Tag und in mein Leben einzubauen. Und daran zu denken, dass ich der wichtigste Mensch in meinem Leben bin
Was Selbstfürsorge ist, woran du erkennst, dass du sie brauchst und wie du sie in deinen Alltag einbauen kannst – das habe ich hier für dich zusammengefasst. (Und natürlich auch, wie ich meinen inneren Schweinehund dabei in den Griff bekomme.)
Mein Geschenk für dich:
Als Blitz Tool habe ich noch eine Audio Datei für dich aufgenommen: Die Glücksformel für mehr Selbstfürsorge.
Selbstfürsorge – eine wunderbare Freundschaft mit sich selbst
Selbstfürsorge heißt für mich, eine wunderbare Freundschaft mit sich selbst zu beginnen und sie tagtäglich zu leben.
Für einen guten Freund sorgt man doch auch gut, wenn er bei einem ist.
Oder würdest du ihn einfach allein auf dem Sofa sitzen lassen, immer nur kurz an ihm vorbeilaufen, die Wäsche machen, Mails beantworten, die Blumen gießen, die Treppe kehren, das Arbeitszimmer aufräumen, schnell noch mal einkaufen gehen.
Und er sitzt da und wartet und wartet. Hat vielleicht Hunger und Durst, würde gerne mit dir an die frische Luft, mit dir reden. Aber du nimmst dir dafür keine Zeit. Siehst ihn immer mal aus den Augenwinkeln, nimmst dir vor, dich zu ihm zu setzen – aber dann ruft wieder die Pflicht.

Fehlende Selbstfürsorge
Das ist fehlende Selbstfürsorge: Den wichtigsten Menschen in deinem Leben nicht ausreichend zu beachten und zu versorgen. Ihn einfach so nebenherlaufen lassen.
Bis er nicht mehr erreichbar ist und verstummt. Und immer mehr aus deinem Bewusstsein und deinem Leben verschwindet. Weil alles andere wichtiger ist als er.
So erkennen wir, dass wir Selbstfürsorge brauchen
Eine weise Instanz dafür ist mein Körper. Wenn ich auf ihn höre, ihn beachte merke ich sehr schnell, dass ich mich selbst vergessen habe. Dass die Pflichtbewusste in mir, die Loyale, die Ehrgeizige, die Zielstrebige vorgeprescht sind.
Und die Achtsame, die Ruhebedürftige, die Genießerin und das Kind in mir überrannt und zur Seite geschubst haben.
Dann tut mir mein Rücken weh, die Augen brennen, die Füße sind eiskalt, ich habe Durst, fühle mich erschöpft.
Mein Körper zeigt mir, dass ich mich um mich kümmern soll. Mir Gutes tun und mich hegen und pflegen darf. Er erinnert mich daran, dass es nicht nur um das Funktionieren geht, sondern um das Sein. Das Gut sein zu mir selbst.
Ich merke es oft erst abends, wenn der Tag zu Ende geht und ich zur Ruhe komme. Dann taucht die Erschöpfung aus der Geschäftigkeit des Alltags auf, schaut mich müde an und ich bin erst mal ratlos, was ich mit ihr machen soll.
Erschöpfung heißt: Unser Tank ist leer
Wenn die Erschöpfung auftaucht bedeutet das, dass ich meinen inneren Tank leer geschöpft habe. Dass er zum Nachfüllen schon viel früher ein paar kleine Pausen gebraucht hätte. Einen Blick aus dem Fenster, einen kleinen Spaziergang, eine warme Tasse Tee in meinen Händen und einen leckeren Keks dazu.
Die Erschöpfung meldet sich, weil ich alles Selbstfürsorgliche den Tag über vor mir hergeschoben habe. Es auf später vertage, bis der innere Tank leer und ausgetrocknet ist.
Dann bin ich schon über die Grenze der Selbstfürsorge hinübergelaufen. Hineingesprungen in das Meer der Pflichten, To do Listen, Ziele und vielen kleinen Aufgaben im Haushalt, die ich am liebsten alle gleichzeitig erledigen möchte.
Die Selbstfürsorge habe ich immer wieder sanft zur Seite geschoben, sie vertröstet, sie in der Besenkammer abgestellt. Ihr keine Chance gegeben, einen kleinen Raum in meinem Alltag zu bekommen. In dem ich mich erholen und entspannen kann.
Negativen Nachrichten – und die Wirkung auf unser Nervensystem
Ein wichtiger Teil von guter Selbstfürsorge ist für mich der achtsame Umgang mit Nachrichten.
Viele negative Nachrichten und die ständige Mediennutzung können unser Nervensystem dauerhaft unter Stress setzen.
Unser Gehirn reagiert auf bedrohliche Informationen so, als wären wir selbst in Gefahr – auch wenn wir eigentlich sicher sind. Dadurch bleibt der Körper häufig im Alarmmodus, was auf Dauer erschöpfend wirkt.
Man merkt eine Überlastung des Nervensystems zum Beispiel an innerer Unruhe, Reizbarkeit, Konzentrationsproblemen oder schlechtem Schlaf.
Auch ständige Müdigkeit, das Gefühl von Überforderung oder emotionale Abstumpfung können Anzeichen sein.
Deshalb ist es wichtig, Nachrichten bewusst zu dosieren und dem Körper regelmäßig Signale von Ruhe und Sicherheit zu geben.Und für ein positives Gegengewicht zu sorgen – durch gute Selbstfürsorge.

Der innere Schweinehund und die Selbstfürsorge
Mir helfen tägliche Routinen und Rituale. So wie Zähneputzen für die Seele.
Sonst wirft sich der innere Schweinehund gerne in den Weg zur Selbstfürsorge. Und drängt mich sanft wieder auf den Weg der Pflichten und zu den Bedürfnissen der Anderen – den die sind ja meist viel wichtiger als meine eigenen.
Er ist sehr einfallreich und hat viele Argumente auf Lager, mit denen er meine guten Vorsätze bombardiert. Erst nur mit Wattebällchen, aber mit der Zeit dann mit härteren Geschützen, die mir die Lust auf die Selbstfürsorge nehmen.
Ihn auszutricksen ist an manchen Tagen ganz leicht und ich puste die Wattebällchen einfach zur Seite. An anderen Tagen kostet es Kraft und Mühe seinen Angriffen auszuweichen – und den Kampf mit ihm zu gewinnen.
Dann bin ich dankbar für meine täglichen Selbstfürsorge-Tools, die meist nur ein paar Minuten brauchen und trotzdem sehr wirkungsvoll sind Und mit denen ich ganz unbemerkt an meinem schläfrigen Schweinehund vorbeikomme.
Meine 7 liebsten Blitz-Selbstfürsorge Tools
Für mich ist es wichtig, dass ich gleich morgens mit der Selbstfürsorge beginne. Denn genau da setzt sich schon die Pflichtbewusste blitzschnell auf die Bettkante und treibt mich gerne zu Höchstleistungen an.
Und ich brauche kleine, schnelle Tools, mit denen ich mich selbst wieder an die Hand nehme und durchatmen kann.
Hier sind sie:
# Tool Nr. 1: Morgengedanken aufschreiben
Ich schreibe meine Morgengedanken in mein Schreibheft und schließe sie mit einer liebevollen Botschaft an mich selbst ab. Das intuitive Schreiben ist für mich inzwischen zu meinem liebsten und kraftvollsten Selbstfürsorge Tool geworden und überrascht mich selbst immer wieder durch seine wohltuende und heilsame Energie.
In diesem Blogbeitrag bekommst du eine Schritt für Schritt Anleitung für das intuitive Schreiben: Intuitives Schreiben – 5 Schritte um sofort loszulegen + Meditation
# Tool Nr.2: Audio Datei mit meiner Glücksformel
Morgens höre ich ein zweiminütiges Audio mit meiner persönlichen Glücksformel für den Tag. Das mache ich oft im Badezimmer, wenn ich mir die Haare kämme und mir das Gesicht eincreme. Das ist „Mein Zähneputzen für die Seele“.
Wenn du morgens auch gerne eine Glücksformel hören möchtest: Hier habe ich eine Audio Datei für dich aufgenommen:
# Tool Nr.3: Dankbarkeitsübung
Auf dem Weg zur Arbeit oder beim Joggen und Spazierengehen mache ich meine Dankbarkeitsübung. Und zähle 10 Dinge auf, für die ich dankbar bin.
Viele Anregungen, wie du zum Dankbarkeitsentdecker in deinem Leben wirst, findest du in meinem Blogbeitrag: Dankbarbkeit – der Schlüssel gegen negative Gedanken.
# Tool Nr.4: Insight Timer mit Meeresrauschen
Über den Tag verteilt versuche ich 1-2-mal mit dem Insight Timer (eine kostenlose App) kleine Pausen zu machen, in dem ich mir drei Minuten Meeresrauschen anhöre und mich auf meinen Atem konzentriere.
Das Meeresrauschen hat eine absolut entspannende Wirkung auf das Nervensystem und sorgt sofort für tiefe Entspannung.
# Tool Nr.5: Ätherische Öle
Zwischendurch verwöhne ich mich mit ein paar Tropfen ätherischen Ölen, die direkt in mein Limbisches System gehen und Stress sanft auflösen.
Lavendel ist ein Duft, der schnell für Entspannung sorgt, Orange wirkt stimmungsaufhellend. Und Rose wirkt harmonisierend und ausgleichend. Aromatherapie wird inzwischen auch in Krankenhäusern eingesetzt und hat eine nachweislich positive Wirkung auf die emotionale Stabilität der Patienten.
In diesem Artikel findest du weitere Informationen zur Wirkung von ätherischen Ölen: Können ätherische Öle die Stimmung verbessern?
#Tool Nr.6: Ein Spaziergang
Bewegung und Natur sind die größten Kraft- und Energiequellen für unser Nervensystem und wirken sofort ausgleichend. Ein Spaziergang beruhigt das Nervensystem, weil sanfte Bewegung und frische Luft den Parasympathikus aktivieren, also den Teil des Nervensystems, der für Ruhe und Erholung zuständig ist.
Die Natur wirkt zusätzlich positiv, da natürliche Geräusche, Farben und die ruhige Umgebung uns unbewusst erden und in Balance bringen. Dadurch sinkt der Stress, die Atmung wird ruhiger und man fühlt sich insgesamt ausgeglichener. Und es reichen schon 10 Minuten.
Tool Nr.7: Podcasts mit stärkenden Informationen
Für mich sind Podcast eine große Quelle der Stärkung. Und ein wirkungsvolles Gegengewicht zu der Flut der negativen Nachrichten.
Ich höre vor allen Dingen Podcasts, in denen es um Positive Psychologie und Spirutalität geht. Schon beim Hören merke ich, wie meine Seele aufatmet, mein Körper sich entspannt und mein inneres Glückskind Verbundenheit und Sicherheit spürt. Hier sind drei meiner Lieblingspodcasts:
#1 Verena König – Kreative Transformation
#2 Kathie Kleff – Get Happy
#3 Jan Frerichs – Barfuß und wild
Welche Podcasts stärken und inspirieren dich auf dem Weg der Selbstfürsorge?
Das sind die täglichen kleinen Rituale der Selbstfürsorge, die mich durch den Alltag tragen, nicht viel Zeit brauchen. Aber mich immer wieder zu mir selbst zurückbringen.
Welche kleinen Rituale hast du, mit denen du dir Gutes tust und dich um den wichtigsten Menschen in deinem Leben kümmerst? Teile sie gerne im Kommentar mit uns, damit hier ein Ideentank für viele kleine und große Selbstfürsorge Tools entsteht.
Selbstfürsorge als Grundhaltung
Selbstfürsorge ist eine Grundhaltung, die wir in uns selbst entwickeln. Damit wir mit uns, unserer Energie, unserem Körper, unserer Seele achtsam und liebevoll umgehen.
Es ist wie ein Weg zu uns selbst, den wir immer wieder neu einschlagen, in den vielen Herausforderungen und Ablenkungen des Alltags. Mit diesen Blitz-Tools ebnest du jeden Tag diesen Weg zu dir und einer wunderbaren Freundschaft mit dir selbst.
Je mehr Schritte wir auf diesem Weg gehen, desto sicherer werden wir dabei. Und erkennen immer mehr Möglichkeiten der Selbstfürsorge, die zu uns passen und die uns Freude machen.
Balsam für die Seele
Wenn wir uns regelmäßig liebevoll und fürsorglich selbst begegnen, ist das wie Balsam für unsere Seele.
Wie eine Pflanze, die wir regelmäßig gießen und die uns mit wunderschönen Blüten beschenkt. So entfaltet sich unsere Seele, fängt das Licht der Sonne für uns ein und leuchtet in ihren ganz eigenen Farben.
Eine wunderbare Freundschaft mit sich selbst zu beginnen und der Selbstfürsorge Raum zu geben ist der Beginn eines Abenteuers. Das uns an viele Oasen, Quellen und Aussichtspunkte führt, an denen wir uns mit der unendlichen Energie in uns selbst verbinden.
Und die Botschaften unserer Seele hören und erkennen können.
Wenn du dir Begleitung wünschst
Und wenn du dir Begleitung auf dem Weg zu mehr Selbstfürsorge wünschst, dann buche gerne einen kostenlosen Gesprächstermin mit mir. Hier gleich buchen.
Dieser Beitrag ist durch die Anregung von Anna Koschinski und ihrer Blogparade zum Thema Selbstfürsorge entstanden. Hier findest du eine Fülle von Anregungen und Ideen rund um das Thema Selbstfürsorge. Reinschauen lohnt sich!
Er ist das erste Mal im Februar 2022 erschienen und wurde von mir am 01.02,2026 noch einmal überarbeitet und mit neuen Informationen und zwei neuen Tipps ergänzt.
Herzliche Grüße




Liebe Alexandra,
herzlichen Dank für deine alltagstauglichen Tipps und die Erinnerung an dieses wichtige Thema der Selbstfürsorge.
Ich kann mich wunderbar beim Handarbeiten (am liebsten Häkeln) entspannen, muss mich aber auch immer wieder daran erinnern, dass es okay ist, den Haushalt etc. erst einmal liegen zu lassen, wenn ich eine Pause brauche. Außerdem lese ich immer vor dem Einschlafen. Manchmal sind es nur 2-3 Seiten, bevor mir die Augen zufallen, aber es gibt mir das beglückende Gefühl, am Ende eines vollen Tages etwas für mich selbst getan zu haben.
Viele liebe Grüße
Bianca
Liebe Bianca, ja – die Erinnerung an die Selbstfürsorge ist immer wieder wichtig. Sie geht unter dem Lärm, den der innere Kritiker macht, immer wieder unter. Handarbeiten ist auch eine wunderbare Möglichkeit zur Selbstregulation. Und abends lese ich auch immer noch 20-30 Minuten. Mir geht es dann wie dir: Irgendwann fallen mir die Augen zu und ich kann besser einschlafen. Das Lesen war für mich und mein Glückskind immer schon ein Ort der Begegnung. Manchmal höre ich noch Binaural Beats oder eine geführte Meditation, wenn es zu unruhig in mir ist. Herzliche Grüße – Alexandra